Archiv für die Kategorie ‘Animation’
Experimente

Dieses Standbild vermittelt nur einen unzureichenden Eindruck. Eigentlich bewegen sich die Blasen, Wolken, Cluster, Lichter oder was es auch ist, ineinander und übereinander langsam hin und her und auf und ab, und was das Schöne daran ist: Wenn man sie mit dem Mauszeiger berührt, hört man, wie sie klingen. Es nennt sich Spacializer.
Weitere Inkarnationen des Physikalischen im Virtuellen, die der Künstler Sébastien Chevrel inszeniert hat, findet man hier unter »Experiments«.
Panopticon

In dem kleinen Computerspiel »Vigilance 1.0« von Martin Le Chevallier gilt es, eine Stadtszenerie zu überwachen und möglichst jeden Verstoß gegen Recht und Ordnung anzuzeigen. Auch für die Legitimität des Denunzierens ist gesorgt: Falsche Beschuldigungen führen zu Punktabzug.
Prevented from using his critical sense by the lure of success, the player faces a double bind: while he still plays the part of the unrelenting lover of justice, he becomes conscious that to play the game is in a way to play against the discourse of the game. At the end, the denunciation of a controlled society, the total visibility and spying, puts him in a position of self-denunciation.
(Via)
Atem der Maschine
Die Animation ist mit »Breathing Earth« nicht ganz treffend betitelt. Vor allem der Klang, aber auch die gesichtslose Gleichmäßigkeit des Ablaufs selbst erinnert eher an ein riesiges Uhrwerk, so dass man nach längerem Zuschauen (während einige Länder immer dunkler werden) ratlos und befremdet dasteht wie eine Figur Kafkas.
Man kann die belebte Erde als große Maschine sehen, wenn man will; völlig falsch wäre das nicht. Es würde auch dem Erleben des größeren Ganzen, dessen Teile wir sind, als unerbittlich, übermächtig und unbeeinflussbar entsprechen, das die meisten sicherlich kennen.
Doch obwohl »Breathing Earth« unbestrittene Fakten darstellt, krankt die Metapher daran, dass Menschen im Gegensatz zu Maschinenteilen imstande sind, ihre Maschine zu verändern, die eben deshalb keine ist. Und dieses Imstandesein bedeutet auch dann einen Unterschied, wenn es nicht tätig wird, und dass es gelegentlich tätig wird, beweist, dass es vorhanden ist.
In the depths of the Amazon rainforest, the poorest people in the world have taken on the richest people in the world to defend a part of the ecosystem none of us can live without. They had nothing but wooden spears and moral force to defeat the oil companies – and, for today, they have won.
Das ist es, was man braucht, um mechanische Bilder wie dieses fruchtbar zu machen: eine Antithese.
